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Tipps
Verdeck
am Hammond & Thiede Cabrio erneuern
Meine Beschreibung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Perfektion. Ich habe
sie nach bestem Wissen und Gewissen, in Erinnerung an meinen Verdeckwechsel, niedergeschrieben. Sich selbst Gedanken zu machen, oder einen Fachmann zu befragen, ist immer ratsam. Achtung: Wer
schwache Nerven oder eine pedantische Veranlagung hat, sollte lieber gleich
einen Sattler beauftragen. Wie einzelne Erfahrungen zeigen, garantiert aber auch das nicht
immer Perfektion.
Materialbedarf: Neues Verdeck, logo.
Außerdem neue Spanngurte, Gummilippen, breites Klettband (nur Hakenseite, Flauschseite ist bereits am neuen Verdeck),
Alunieten, mattschwarzes Lackspray und Druckknöpfe, Kontaktkleber in Dosen, reichlich Verdünnung zum Entfernen des alten Klebers, Schaumgummi für die vordere Verdeckkante,
Kartusche mit schwarzem Karosseriekleber, schwarzes Karosseriedichtband, schwarzes Gewebeklebeband, Verdeckstoff für die Unterseite des vorderen Verdeckrahmens.
In
der Regel sind außer dem Verdeck auch die Spanngurte zwischen den Spriegeln
zu ersetzen. Statt der originalen Baumwoll-Spanngurte (fand ich nirgends) kann
man Sicherheitsgurte als Meterware beim Seiler kaufen kann. Nach dem
alten Muster zuschneiden und zusammennähen. Die Schnittkanten auf einer alten Herdplatte verschmelzen, um ein Aufdröseln zu verhindern. Löcher zum
nieten bohrt man
mit dem Lötkolben in die Gurte.
Auszutauschen sind auch die Gummilippen zwischen Verdeckhaut und
Gestänge und sonst verschlissene oder mürbe Teile. Die Gummilippen gibt es ebenfalls als Meterware im
Fachhandel für Gummis und Schaumstoffe. Vor dem Abbau des alten Verdecks unbedingt Details fotografieren, vermessen und
skizzieren (wo sitzen Druckknöpfe, wo Dichtgummis in welcher Größe zwischen Verdeckaußenhaut und Gestänge,
usw.).
Teile vor dem Abbauen beschriften, das hilft beim
Zusammenbau
ungemein. Zweifel, ob am eigenen Cabrioverdeck alles noch original ist, sind
meist angebracht.
Besonders an den Druckknöpfen an der Verdeckhaut wurde gerne nachträglich herumgebastelt.
So hatten die Cabrioverdecke der frühen Baujahre aufwendige Federknöpfe
von Tenax, spätere Modelle
einfache Druckknöpfe. Bei späteren Modellen weicht auch die Umlenkmechanik des Verdeckgestänges
leicht von den frühen Modellen ab.
Ein Vergleich mit anderen Fahrzeugen, z.B. auf den Treffen in Möhnesee oder Senden, ist
hilfreich. Hier kann man sich auch ein Bild von der Qualität und Passform
der Ersatzverdecke machen.
Mechanismus auf Gängigkeit prüfen, ggf. schmieren. Die ganzen Eisenteile mit Verdünnung gründlich vom alten Kleber und natürlich von
überschüssigem Fett befreien. Auf Rostbefall prüfen, ggf. abschleifen und neu lackieren. Vorsicht:
Sandstrahlen kann das Gestänge schnell verziehen und ruinieren, besser die Finger
weglassen. Nietenabstände vermessen und skizzieren. Wenn neues Klettband aufgebracht ist, sind die Bohrungen sonst kaum mehr zu finden
(ggf. mit Nadel
suchen). Neues Klettband (Hakenseite) auf die Karosseriekante (C-Säule) kleben (Meterware). Die Flauschseite ist
bereits am neuen Verdeck
angenäht. Gurte wie eingangs beschrieben erneuern, die Nietenköpfe von
evtl. Gratresten befreien und vorsorglich mit
Textilklebeband abdecken, sonst verursachen sie rasch Scheuerstellen und Löcher
am neuen Verdeck. Neuen Schaumgummi an der Oberseite des vorderen Verdeckrahmens
aufkleben, Unterseite dieses Rahmens mit neuem Verdeckstoff
überziehen (helle Seite
sichtbar).
Beim ersten Auflegen des neuen Verdecks nicht erschrecken, es ist zunächst deutlich kürzer als das
alte und spannt enorm. So erlangt es nach einer Dehnung eine schöne Oberflächenspannung.
Achtung: Kontaktkleber unbedingt laut Anleitung ziehen lassen, bis er bei
einer Fingerprobe
nicht mehr am Finger kleben
bleibt. Sonst hält er nicht! Mehr Druck bedeutet mehr Halt. Immer lange genug aushärten lassen, bevor man diese Stelle wieder belastet. An der schrägen Anlagefläche der
Verdeckunterseite (oberhalb
Kofferraumdeckel) schwarzes Karosseriedichtband erneuern (wie beim Abbau
festgestellt). Das neue Verdeck wird in der Verdeckwanne, unterhalb der eben beschriebenen
Dichtfläche beginnend, aufgeklebt. Unbedingt zu zweit machen, von der Mitte nach außen arbeiten und genügend Zug nach
außen und unten ausüben. Wenn dieser Abschnitt getrocknet ist, die Spriegel
von hinten beginnend nacheinander einzeln kleben, zuletzt die vordere Kappe über den vorderen Verdeckrahmen
kleben. Haltelappen des Verdecks an den vorgesehenen Anlageflächen
ankleben. Danach werden die abgebohrten Haltebleche und eventuell erforderliche Gummilippen wieder
angenietet. Wenn alles an der richtigen Stelle sitzt, bei geschlossenem Verdeck die Fugen wie am alten Verdeck mit der schwarzen Dichtmasse abdichten. Hier empfiehlt sich sorgfältiges Arbeiten
besonders. Eine Spülmittel-Wasser-Lösung erleichtert das Glätten der Fugen mit dem
Finger. Nachdem die Dichtgummis, die nach unten zu den Türscheiben hin abdichten, ohnehin abgebaut sind, empfiehlt sich auch deren Erneuerung. So, nun sollte alles passen. Vorsichtige Naturen schonen
die neue Heckscheibe und den Verdeckstoff vor dem Zusammenklappen des (trockenen!) Verdecks durch das Einlegen eines weichen Baumwolltuches. So
scheuert nichts und die Scheibe bleibt lange klar und
schön. Sie achten darauf, dass beim Zusammenlegen keine Knicke
in der Scheibe entstehen. Ältere Scheiben neigen, besonders bei Kälte, zum
Brechen! Wird das Fahrzeug länger abgestellt, sollte das Verdeck geschlossen werden.
Nur mit angebrachter Persenning fahren (Staubschutz und Abdeckung der
kantigen Verschlusshaken). Für ergänzende Tipps, Hinweise auf Fehler, usw. bin ich dankbar.
Autor Reiner
Durst
Tenax-Druckknöpfe am Verdeck der frühen Ausführungen (bis Oktober 85) halten länger und sind
leichtgängiger, wenn man sie gelegentlich mit etwas Vaseline verwöhnt. Beim Schließen nur seitlich fassen, nicht auf die Köpfe
drücken, sonst leiden die kleinen Federn darin sehr schnell. Schließlich
sind die Knöpfe mittlerweile rar und
teuer, in Schwarz sind sie meines Wissens nur noch schwer zu bekommen.
Mein Tipp: www.tenax-shop.de.
Autor: Reiner Durst
Halteklammern für die Fensterschachtabdeckungen in den Türen sind
vergriffen. Tipp: Auf dem Schrottplatz sichern !
Führungsklötze für die Türfenster sind vergriffen. Man kann sie folgendermaßen ersetzen: Ein
etwa 3 cm langes Stück einer Fensterführungsschiene aus einer Schrotttür herausschneiden. Vorher den Gummi
entfernen. Im Profil auf jeder Seite je zwei Schweißpunkte setzen. Diese mit einer Feile glätten und
säubern. Anschließend den hinteren Rand abschleifen. Alles wieder schwarz lackieren, Gummiprofil zuschneiden, kleines Loch zum arretieren bohren, fertig. Hört sich viel
aufwändiger an, als es wirklich
ist. Weitere Info diesbezüglich von/Bestellungen bei
harald.schecklmann@t-online.de
.
Oder bei den Cabrio-Treffen erscheinen und dort zwei Kunststoffschienen
dort erwerben. Mit je zwei Blechschrauben an den Bohrungen
für die ursprünglichen Führungsklötze fixieren. Sonst rutschten sie nach unten
und verschwinden in der Tür.
Innenausstattungsmaterial Lorica Für das Beziehen von Sitzen und Verkleidungen ist das Microfasermaterial Lorica eine
preiswerte Alternative zur Echthaut, der es optisch und taktil sehr ähnlich
ist. Als Meterware zwar nicht gerade billig, aber durch geringeren Verschnitt
als bei einer unregelmäßigen Tierhaut dennoch preiswert.
Info und Bezug u.a. bei: EHRLICH Leder & Lorica, Postfach 1240, 88382 Biberach, Tel. 07351/19800;
ehrlich-leder@t-online.de
Reparaturanleitung in Englisch, dafür sehr
detailliert und reich bebildert, ist unter der ISBN Nr. 1899 238 115, zum Preis von ca. 85 DM, Titel: Haynes Vauxhall Cavalier, im Buchhandel erhältlich. Reparaturanleitung Ascona C, Reihe " Jetzt helfe ich mir selbst", Band 107, Motorbuch Verlag, ISBN 3-87943-936-2
Neubezug der Rücksitzbank / Kopfstützen hinten Dazu habe habe ich den Originalbezug
abgenommen und auseinander getrennt. Mit diesen Teilen als Schablonen habe
ich den Stoff
von einem Manta B GSI Exclusiv auf die gleiche Größe zugeschnitten und vom Sattler mit neuem Kederband und neuem Kunstleder zusammennähen lassen. Sauber und
preiswert arbeitet hier die Fa. P&P (siehe Adressen).
Für den Sattler ist wichtig,
dass er die Originalteile als Muster nutzen kann, also nicht gleich wegwerfen.
Vor dem Auseinandertrennen beschriften, das erleichtert die Sache. Danach kann man den neuen Bezug relativ einfach auf das vorhandene Gerippe aus
dem Cabrio aufziehen. Der Bezug ist nur mit Stahlringen, die man leicht aus einem festeren Draht nachfertigen kann,
und Drahtstangen daran befestigt.
Bei dieser Gelegenheit besteht die Möglichkeit, Kopfstützen für die
Gäste auf der Rücksitzbank einzubauen. Die passenden Halterungen (von der Limousine), zum Anschweißen an die hintere Trennwand zum Kofferraum, gibt es beim
Opel-Händler.
Alternativ kann man am Stahlgerüst der Rücksitzbank Querverstrebungen einschweißen.
(Unbedingt vorher Bezug abziehen, Schweißperlen schmelzen sofort durch!) Danach Rohre zur Aufnahme der Kopfstützendorne anschweißen, deren Durchmesser
die Kunststoffhülsen aus den Seriensitzen aufnehmen kann. Querschlitz in die Hülsen einbringen, der den Splint/die Klammer zur Höhenarretierung der Dorne
aufnimmt. An der Oberseite des Lehnenbezugs mit dem Lötkolben Öffnungen für die Dorne der Nackenstützen anbringen und diese mit serienmäßigen Kunststoffblenden (z.B. vom Schrott)
einfassen.
Autor: Reiner Durst
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