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Hammond & Thiede-Eigner machen öfter die Erfahrung, dass ihr Cabrio mit dem ähnlichen Keinath C3 verwechselt wird. Dabei wurden von H&T fast 2.900, von Keinath nur 434 solche Umbauten vorgenommen [3].
Das viersitzige Cabrio mit vollwertigem Kofferraum wurde unter der Handelsbezeichnung "Hammond & Thiede" zunächst durch den Münchner Opel-Händler Häusler,
später über das Opel-Vertriebsnetz verkauft. In England wurde es unter der Bezeichnung Vauxhall Cavalier Convertible vertrieben.
Mehrere
Unternehmer, darunter Michelotti in Italien, Tropic und Hy-Tech (siehe auch geplante
dritte Version) in Crailsheim waren zuvor an ähnlichen Vorhaben gescheitert. Die George Hammond Group entstand 1767 in Dover als Familienunternehmen, dass sich zunächst als Schifffahrtsagentur, dann auch im Bergungs-, Versicherungs- und Transportwesen zu Lande engagierte. Der deutsche Brite Michael W. Thiede, gelernter Kaufmann im Textilimport/Großhandel, war Geschäftsführer einer BMW-Niederlassung, als er sich 1982 für die Idee begeisterte, ein Ascona Cabrio bauen zu lassen. Vier Millionen Mark waren bis zum Anlauf aufzubringen, die mit Unterstützung der Hammond Group zusammenkamen. Um die Umsetzung der vom englischen Planungs- und Konstruktionsbüro IAD zur Serienreife gebrachten Pläne kümmerte sich das deutsch-englische Ingenieurbüro Hammond & Thiede mit Niederlassungen in Sulzbach/Main und Dover. Die Fahrversuche und Prüfstandtests wurden bei Porsche in Weissach durchgeführt. Allein sie verschlangen eine halbe Million. Die Cabrios überstanden dort schadlos Langzeittests, auch auf übelsten Holperstrecken. Bei einem Crashtest zeigte sich das Cabrio sogar steifer als die Limousine. Porsche segnete das Ergebnis ab, wollte seinerzeit aber im Zusammenhang mit Opel nicht genannt werden [2]. Der Preis für den Umbau eines Neuwagens betrug
rund 12.000 DM und dauerte etwa 4 Wochen. Er konnte beim freundlichen Opel-Händler beim
Neukauf eines Asconas unter dem Spezifikationsschlüssel
74-7 bestellt werden. Das bedeutete eine Minderausstattung unter Verzicht auf Dinge, die beim Umbau
nur gestört
hätten. So lieferte Opel die Neuwagen ohne Innenauskleidung und Glas an. Es war auch möglich, bereits ausgelieferte Asconas zum Umbau abzugeben. Am Fahrzeugrahmen wurden
die Karosserien auf den Platten des Bandes fixiert. Den Lack beschützten eigens angefertigte großflächige Schutzhauben aus Glasfaser vor dem schädlichen Einfluss von Trenn- und Schweißarbeiten. Mit einer Lehre wurde angezeichnet, an welcher Stelle das Dach abzutrennen war. Mit dem Einschweißen von Stahlblechen begann das Verstärken der Bodengruppe. Komplexe Lehrengerüste stellten während der Arbeiten sicher, dass die Aufbauten bis zum Schluss maßgenau in Form blieben. Verstärkungen und Aussteifungen mit Querbrücken machten die innere Struktur praktisch zu einem Kasten. Auch der Rahmen der Frontscheibe wurde verstärkt, die Türscheibenrahmen entfernt und ein Dreiecksfenster eingesetzt. Es wurden so gut wie nur innere Versteifungen verbaut, die die Außenhaut weitgehend unbehelligt ließen. Der Umbau mit seinen rund 300 Teilen brachte ein Mehrgewicht von rund 30 Kilogramm gegenüber der Limousine. In Wagenfarbe lackiert werden musste dann nur entlang der Schnittkanten, an denen das Dach abgeschnitten wurde. Der Scheibenrahmen erhielt eine mattschwarze Lackierung. Es folgen Hohlraumversiegelung und Unterbodenschutz nach Opel-Spezifikationen. Der Mechanismus des Verdecks ist eine Konstruktion von Voll, der Verdeckstoff von Sonnenland war das Optimum im Cabriobereich [2]. Zur Geschichte der Firma
Voll : 1984 beschäftigte Voll 518 Mitarbeiter, als trotz guter Umsätze wegen unzureichender Erträge der Untergang drohte. Doch über den Cabriobau wurden die Investitions-Experten der Hammond Group in Dover mobilisiert. So wurde Voll 1985 ein hundertprozentiges Stück Hammond. 15 Cabrios schaffte das eigens für das Ascona Cabrio eingerichtete Band , im Juni 1985 wurde bereits das tausendste ausgeliefert. Auch Michalak ließ seinen Corsa Spider bei Voll bauen. Nicht zu vergessen ist auch das Cabrio vom Toyota Celica der Firma H.P. Schwan Cabriolet, das ab 1987zeitweise parallel zum Ascona gebaut wurde. Es entstanden auch Prototypen für ein bildschönes Cabrio auf Basis des Porsche 928. Später ging die Firma an die reiche zypriotisch-griechische Familie Leventis. Nachdem sich Voll aus dem
gewinnträchtigen Pkw-Sektor zurückgezogen hatte, sollte der Bau von
leichten und wendigen City-Bussen (Gazelle) und Kühlfahrzeugen (TTT)
neuen Schwung bringen. Doch die Rechnung ging nicht auf. 1991 wurden 180
Mitarbeiter entlassen. Nach einer wechselvollen Geschichte kam Im
September 1992 das endgültige Aus für das Unternehmen, das in seinen
besten Zeiten 900 und zuletzt 480 Mitarbeiter beschäftigte. Auf dem ehemaligen Voll-Gelände sind heute diverse Firmen untergebracht.
In der ehemaligen Montagehalle befindet sich eine Indoor-Kart-Bahn. | ||||||||
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Der
ehemalige Auslieferungsplatz neben dem Verwaltungsgebäude [2] mot 16/1985 "Spezialitäten vom Band", von Paul Simsa [3]
E-mail von Heinz
Keinath an Karl-Heinz Koch, 2. Mai 2000. In der Literatur finden sich
deutlich abweichende Angaben, was die Stückzahl der Keinath C 3 angeht; | ||||||||